Gründung:


Bereits im Jahr 1935 treffen sich sportbegeisterte Eisenbahner aus Plattling, Bodenmais, Grafenau, Arnstorf und Kröhstorf, um einen Verein zu gründen. Die Kriegs- sowie die Nachkriegswirren bewirkten seinerzeit jedoch die vorzeitige Auflösung. Den Chronisten dieser Tage war es leider nicht mehr möglich, den Namen des Vereines zu eruieren.


Doch kurz nach Kriegsende lebte der Gedanke an einen Eisenbahner-Sportverein wieder auf. Großer Organisator und Antreiber der Wiedergründung war der unvergessene Sepp Stadler. Beseelt von der Idee, den Eisschießsport wettkampfmäßig und möglichst auf eigener Anlage zu betreiben, trifft sich am 21.07.1957 eine kleine Schar von 22 Idealisten im Clubheim der Spvgg Plattling und gründet den


                         Eisenbahner - Eissportverein Plattling (EESV).


Als Gründungsmitglieder sind eingetragen:  Anton Dietl, Josef Esterl sen., Eligius Frammelsberger, Max Gegenfurtner, Franz Gerhardinger, Johann Graßl, Michael Graßl, Josef Killinger, Franz Kratkey, Hermann Krümpel, Alfons Leeb, Johann Plödereder, Ludwig Richter, Josef Riederer, Rudi Schneider, Hermann Schopper, Josef Stadler, Xaver Süß, Johann Wachtmeister, Johann Nepomuk (Muckl) Wagner, Willi Wagner und Josef Weiß.


Aus der Vereinschronik ist zu entnehmen, daß Horst Winkler und Michael Hackl vom ESV-Zwiesel als Gäste anwesend waren. Ebenso waren als Gäste anwesend der Kreisvorsitzende Langer und der Kreisschriftführer Zwiebel.


Kollege Josef Stadler vom Bb.-Sozialwerk, Ortsstelle Plattling, eröffnete die Versammlung und leitete sie bis zur Wahl des Vereinsvorstandes. Die Wahlleitung übernahmen die Sportkameraden Langer und Zwiebel.


Als wichtigste Beschlüsse der Gründungsversammlung sind die Erstellung einer Vereinssatzung, der Anschluß an den Bayerischen Landes-Sportverband sowie der Mitgliedsbeitrag von monatlich DM 0,50 und die Aufnahmegebühr von DM 1,00 hervorzuheben.


Der Verein entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu beachtlicher Größe. Bereits im September 1957 zählte man 63 Mitlglieder, weshalb der Bayerische Eissportverband Bezirk Niederbayern seine Kreisdeligiertenversammlung am 24.11.1957 nach Plattling (Hotel Liebl) vergab. Dieser Sympathiebeweis darf als erster Höhepunkt des noch so jungen und aufstrebenden Vereins bezeichnet werden.


Im weiteren Verlauf der Jahre gibt es durch die zahlreichen Aktivitäten eine stetige Aufwärtsentwicklung sowohl in sportlicher, als auch in gesellschaftlicher Hinsicht. Aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung unserer Gesellschaft, verbunden mit den gestiegenen Freizeitansprüchen, werden nacheinander die Abteilungen Tennis (1959), Faustball (1966), Gymnastik (1974) Kegeln (1977) und Wandern (1998) gegründet.


Die erforderlichen Sportstätten konnten dank der vielen freiwilligen Arbeitsleistungen der Mitglieder, dank der großzügigen Unterstützung der DB und nicht zuletzt dank der Hilfen der Stadt Plattling geschaffen werden. Inzwischen zählt der ESV Plattling mit seinen insgesamt 426 Mitgliedern zu den größeren Vereinen der Stadt Plattling.


Leider erfasste die DB in den letzten Jahren eine bundesweite Rationalisierungswelle ungeahnten Ausmasses. Bedingt durch Zwänge von Politik und Gesellschaft wurden bewährte Strukturen total verändert. Dienststellen und Dienstposten verschwanden durch die Neuschaffung und Aufteilung in völlig neue Geschäftsbereiche. Diese Entwicklung traf den Standort Plattling, mit seinen ehemals sechs Dienststellen und mehreren Hunderten von Bediensteten, besonders hart.


Zwangsläufig wurde es für unseren Eisenbahner-Sportverein immer schwieriger, den vorgegebenen Prozentsatz von mehr als fünfzig Prozent Eisenbahneranteil an Mitgliederen zu halten. Der Verein ist noch in der glücklichen Lage, diese Vorgaben zu erfüllen. Der Zeitpunkt ist jedoch absehbar, wann dies nicht mehr zutrifft.


Da bei einem eventuellen Rückgang des Eisenbahneranteils unter 50 Prozent von der DB Mieten fällig würden, reifte der Entschluß, das Sportgelände zu kaufen. Damit wäre der Verein Eigentümer der Anlage und somit von der "Geisel" des überwiegenden  Eisenbahneranteils befreit. Dies wäre aber nur zu einem erschwinglichen Preis möglich. Derzeit steht als Angebot ein Quadratmeterpreis, der für den Verein nicht zu schultern ist.


Es bleibt zu hoffen, daß unter Berücksichtigung der Probleme, wie Lärmbelästigung durch Straße und Schiene, zu weicher bzw. nicht stabiler Untergrund des Bodens und ein hoher Grundwasserspiegel, das aktuelle Preisangebot so reduziert wird, daß es für den Verein einigermaßen finanzierbar wäre.


(Stand zum 50-Jährigen Jubiläum  im Juni 2007)